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Sonderausstellung: Von Kunst ist (nicht) die Rede

Sonderausstellung: Von Kunst ist (nicht) die Rede
Sonderausstellung: Von Kunst ist (nicht) die Rede

Von Kunst ist nicht die Rede

„Wenn ich auch immer die mir gebotene Narrenfreiheit, den Künstlerbonus, in Anspruch genommen habe, – Von Kunst ist nicht die Rede“.  Der Titel erscheint unangemessen angesichts einer Ausstellung über ein Ehepaar, welches sein gemeinsames Leben der Kunst verschrieben hat. Karl Matthäus Winter (1932-2012) äußerte diesen Satz während der Eröffnungsrede anlässlich seiner ersten monografischen Ausstellung 1998. Hintergrund ist der, dass die Werke für sich selbst sprechen sollen, man also nicht über sie reden muss, um sie zu erklären.

Die aktuelle Ausstellung widmet sich nicht nur seinem Oeuvre, sondern auch dem seiner Frau, der Goldschmiedin Marie Louise Winter, geb. Perabo (*1933).

Der Bildhauer und die Goldschmiedin schufen ein vielfältiges Gesamtwerk, wobei zahlreiche Stücke auch in Zusammenarbeit der beiden entstanden.

Karl Matthäus stammte aus einer Bildhauerfamilie. Vater, Großvater und ein Onkel gingen bereits diesem Beruf nach. Winter absolvierte sein Studium in Mainz (Emy Roeder) und Düsseldorf (Ewald Mataré).

Marie Louise erlernte ihr Handwerk an der Werkkunstschule Wiesbaden, wo sie bei Werner Kump Metallbildhauerei studierte. Im Anschluss arbeitete sie in einer Kölner Werkstatt, bevor sie sich in Limburg selbstständig machte.

Die beiden heirateten 1957 und ließen sich in der Heimatsstadt der Goldschmiedin nieder. Beide arbeiteten von dort als freischaffende Künstler. Zu den wichtigsten Auftraggebern zählten verschiedene katholische Bistümer und kirchliche Institutionen.

Die räumliche Nähe von Werkstatt und Atelier des Künstlerehepaars war Voraussetzung für ihre kongeniale Zusammenarbeit. Diese ging viel weiter als die wenigen Zeugnisse gemeinsamer Arbeiten belegen. Ob gestalterische Auseinandersetzung oder technische Hilfe, ob Werkstatteinrichtung oder Herstellen spezieller Werkzeuge, ob Auseinandersetzung mit Auftraggebern und Architekten, immer unterstützten und ergänzten sich die beiden Künstler*innen.

 

Als letztes gemeinsames Werk entstand ein Vortragekreuz für das Limburger Bischofshaus. Die dortige Kapellenausstattung bestehend aus Altar, Ambo und Tabernakelstele wurde von Karl Matthäus begonnen und von seinem Sohn Tobias zu Ende gebracht.

 

Die Ausstellung findet vom 28. 8 bis zum 25. 11. im Diözesanmuseum statt.